Festakt zum 125-jährigen Bestehen des TV Königshofen - Auszug aus den Fränkischen Nachrichten

Königshofen. Genau 125 Jahre sind vergangen, seit die Gründungsväter den Turnverein Königshofen ins Leben gerufen haben. Anlässlich dieses großen Jubiläums, das bis weit über die Grenzen Königshofens hinaus große Anerkennung hervorruft, veranstaltete der TV Königshofen am Wochenende ein großes Festbankett, um den Geburtstag des traditionsreichen Vereins gebührend zu feiern. Als besondere Ehrengäste reihten sich unter die Schar der Gratulanten unter anderem auch der Präsident des Badischen Sportbundes, Heinz Janalik, der gleichzeitig die Festrede hielt und der Bundestagsabgeordnete Kurt Segner.

Voller "Stolz und Freude" hieß Waltraud Grünewald die zahlreichen Gäste in der proppenvollen vereinseigenen Turnhalle willkommen: "Freude, da die Idee der Gründungsmitglieder sozusagen ein Bestseller geworden ist und Stolz, dass sich die Idee im Laufe der 125 Jahre zu einem Verein mit rund 800 Mitgliedern mit erfolgreichen Abteilung im Breiten- und Leistungssport entwickelt hat." Für die Zukunft versprach sie, dass es weiterhin erklärtes Ziel sei, den Anschluss an die Gesellschaft zu halten.



Festredner Heinz Janalik überraschte das Publikum mit einer erfrischend ungewöhnlichen Rede. Mit Hilfe amüsanter Karikaturen untermalte er die Entwicklung des Sports, seit dem Beginn der modernen Sportarten um das Jahr 1850. Die Erfolgsgeschichte des TV Königshofen verband er mit der vorbildlichen Arbeit des Vorstandes, des Jugendvorstandes und der Ehrenmitglieder. Lobend hob er die Festchronik hervor: "Da wird deutlich, wie viel Herzblut in diesen Verein gesteckt wird".

Um einem solch großen und engagierten Verein einen Halt zu geben, seien ganz besondere Menschen nötig. Menschen, die ohne Bezahlung ihre Freizeit für den Verein opfern. Deshalb sprach er all jenen großen Dank aus, die den Verein durch ihre ehrenamtliches Engagement zu dem gemacht haben, was er heute ist. "Alle Vereinsmitglieder der Gegenwart sind gleichzeitig auch Macher des Vereins", betonte er.

Dennoch wagte er auch einen skeptischen Blick in die Zukunft des Sports. Die traditionsreichen Ortsvereine werden, so Janalik, mit immer größerer Konkurrenz durch Fitnessstudios und den nicht-organisierten Sport zu kämpfen haben. Der TV Königshofen aber sei ein Beispiel dafür, dass es auch anders gehe. Er bescheinigte dem TV einen immensen Zusammenhalt aller Beteiligten, wie er ihn nicht oft sehe, sowie eine ganz besondere Liebe zur Heimat, weswegen er besonderes gerne hierher komme und versicherte, dass dies nicht nur Worte seien.

Dass Heinz Janalik allen Zuhörern sichtlich aus der Seele sprach, machte Vorsitzende Waltraud Grünewald mit den Worten deutlich "Der Druck der letzten Wochen ist wie verflogen und im Moment geht's mir gut".

Bürgermeister Thomas Maertens würdigte den TV Königshofen als einen der erfolgreichsten Vereine der Stadt und als achtgrößten Verein des gesamten Main-Tauber-Kreises. Auch gab er dem Verein mit auf den Weg, den allgemeinen Mitgliederrückgang sportlicher Vereine nicht über zu bewerten, denn schließlich gehe dieser mit dem Bevölkerungsschwund einher und sei deshalb kein Grund zur Sorge. Die Stadt sei ebenso froh um die vorbildliche Jugend- und Nachwuchsarbeit des TV Königshofen. Denn in der entbrannten Wertedebatte komme Vereinen eine ganz besondere Bedeutung zu. "Sportvereine vermitteln Werte und sind deshalb enorm wichtig für unsere Gesellschaft", so Maertens.

Als eine Erfolgs- und Familiengeschichte bezeichnete Kurt Segner die 125-jährige Tradition des TV Königshofen. Es bereite ihm eine wahre Freude, in den Saal zu blicken und zu sehen, wie viele junge Leute sich für den Verein engagieren. Auch er maß dem Ehrenamt eine besondere Bedeutung bei und betonte auch deshalb, dass in Berlin bereits ein Gesetzentwurf vorliege, der das Ehrenamt weiter fördern soll.

Sehr herzlich fiel die Gratulation von Marianne Rutkowski, Vizepräsidentin des Badischen Turner-Bunds, aus. Sie ist dem TV Königshofen und insbesondere Waltraud Grünewald bereits seit 35 Jahren eng verbunden. Weiter in die Schar der Gratulanten reihten sich Vertreter des Sportkreise Tauberbischofsheim und des Landkreises Main-Tauber ein. Dem Vertreter des Kreises Fabig, für den Schulturnen immer ein Graus war, entgegnete die Vorsitzende, dass es nie zu spät sei, mit Sport zu beginnen.

Jürgen Stober, von der befreundeten Turngemeinde Neureut, überbrachte dem TV Königshofen ein Präsent in Form eines Tellers mit Neureuter Wahrzeichen und persönlichen Widmung anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums. Willi Ott, Ehrenvorsitzender des TV Königshofens, überbrachte als Vertreter die besten Glückwünsche der örtlichen Vereine.

Obgleich sich der TV Königshofen darauf beschränkte Ehrungen für 40-jährige Vereinstreue oder höhere Anerkennungen zu verleihen, hatten die Vorsitzenden Thorsten Schäffner und Waltraud Grünewald eine Menge zu tun. Holger Nickert, Präsident des Badischen Handballverbands, verlieh Ralf Spengler und Alexander Schad, von der HG Königshofen/Sachsenflur, eine Abteilung des TV, die silberne Ehrennadel des BHV. Die höchste Auszeichnung des BHV, der Ehrenbrief, wurde Edwin Schad zu Ehren seiner großen Verdienste um den Handball verliehen.

Für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden Christel Krüger mit der Ehrennadel des Deutschen Turnbundes, sowie Elfi Amon und Gerlinde Hönig mit der silbernen Ehrennadel des Main-Neckar Turngaus. Um bereits 40-jährige Vereinstreue zum TV Königshofen haben sich Marianne Boger, Edwin Schad, Josef Götz, Emil Michelbach, Peter Wiesner und Berthold Schad ausgezeichnet. Bereits seit einem halben Jahrhundert Mitglied im TV Königshofen ist Jürgen Weckesser, der dafür ebenfalls besonders geehrt wurde.

Dass der TV Königshofen aber wahrlich das lebt, was ihm alle Redner zuvor massig bescheinigt hatten, stellten die männlichen Barrenturner und die weiblichen Turnerinnen am Boden und Kasten bestens zur Schau.

Vorsitzende Waltraud Grünewald zeigte sich in ihren Schlussworten sichtlich bewegt von dem erfolgreichen Verlauf des Festbanketts. Der Abend habe alle Erwartungen des Vereins übertroffen, was die bis auf den letzten Platz gefüllte Turnhalle nur bestätigte. Zum Schluss wies sie nochauf den Sportabend des TV Königshofen am 5. Mai hin.

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